WM
Senegal holt Ex-Anderlecht-Star Cheikhou Kouyaté ins Team
Am Mittwoch trifft Senegal in der WM-Achtelfinale auf Belgien, und der ehemalige Anderlecht-Kapitän Cheikhou Kouyaté wurde dem technischen Stab des Senegals hinzugefügt, um die Kabine trotz der jüngsten Turbulenzen zusammenzuhalten. Die Maßnahme folgt auf wochenlange Unruhen wegen ausstehender Prämien, Vertragsverhandlungen und logistischer Beschwerden.
„Ich habe darum gebeten, Cheikhou in den Stab aufzunehmen“, erklärte Senegals Nationaltrainer Pape Thiaw und betonte, dass Kouyaté für die Mannschaft eine wichtige Figur sei, da er sowohl die älteren als auch die jüngeren Spieler kenne und als Vermittler zwischen Mannschaft und Trainer fungieren könne.
Laut Berichten aus dem Trainingslager hatten Gerüchte über ausstehende WM-Prämien und verzögerte Vertragsverhandlungen mit Thiaw dazu geführt, dass das Team mit stundenlanger Verspätung nach Katar aufgebrochen war.
Die Spieler kritisierten zudem die Unterkünfte und die Verpflegung im Basislager, und strenge US-Visabestimmungen verhinderten, dass organisierte senegalesische Fans anreisen konnten, was Kapitän Kalidou Koulibaly zu öffentlicher Kritik veranlasste.
Anfang dieses Jahres verlor Senegal seinen Afrikameistertitel nach einer umstrittenen Entscheidung der Afrikanischen Fußballkonföderation, und die folgenden rechtlichen Schritte sind noch anhängig.
Cheikhou Kouyaté spielte von 2009 bis 2014 bei Anderlecht und wurde in der Jupiler Pro League zum Publikumsliebling. Nach einer Leihe zu KV Kortrijk sicherte er sich einen Stammplatz bei den Brüsslern und entwickelte sich zu einer Führungsfigur.
Unter Trainer Besnik Hasi war er 2014 maßgeblich am überraschenden Meistertitel beteiligt, und Mitspieler beschrieben ihn als natürlichen Motivator, der Konflikte entschärfen und die Mannschaft zusammenhalten konnte.
Kouyaté wird am Mittwoch nicht auf dem Platz gegen die Roten Teufel stehen, doch sein Einfluss hinter den Kulissen könnte zu einem entscheidenden Faktor für Senegals WM-Kampagne werden.